Lebensmittellagerung
Text: D. D. E. (Hobbykoch) / Letzte Aktualisierung: 10.04.2026
Wie lagert man Lebensmittel richtig?
Auf den folgenden Seite möchten wir Ihnen Tipps geben wie Sie Ihre Lebensmittel richtig lagern. Erfahren Sie hier u.a. welche Lebensmittel in den Kühlschrank gehören und welche man auch im Keller aufbewahren kann.
Lebensmittel richtig lagern:
Über das Lagern von Lebensmitteln
Die Vielfalt an guten Lebensmitteln war nie größer als heute. Was aber nutzt es, wenn uns die Nahrung durch unsachgemäße Lagerung schnell verdirbt? Wie sollte man Lebensmittel richtig lagern, damit sie möglichst lange frisch bleiben?
Der Irrtum mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln
Natürlich wäre es ideal, wenn wir täglich frisches Obst, Gemüse und Fleisch einkaufen könnten. Leider ist das zeitlich nicht immer machbar. Das ist auch gar nicht weiter schlimm, denn dank Kühlschrank lassen sich die Lebensmittel einige Zeit frisch halten. Wie lange sie verwendet werden können, sagt uns das Mindesthaltbarkeitsdatum. Oder nicht? Hier gibt es einen weit verbreiteten Irrglauben. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt keinerlei Informationen darüber, wie lange eine Nahrung genießbar ist. Sie garantiert lediglich, dass Farbe, Geschmack, Konsistenz und Nährstoffgehalt des Lebensmittels bis zu diesem Tag unverändert bleibt. Essbar ist die Nahrung bei entsprechender Lagerung auch noch lange Zeit danach. Aufgrund dieses Irrglaubens entsorgt ein Durchschnittshaushalt unnötig genießbare Speisen im Wert von über 300 Euro pro Jahr.
Beachten Sie beim Lebensmittel lagern das Verfallsdatum!
Ein Verfallsdatum wie es beispielsweise bei Hackfleisch angegeben wird, sollte beachtet werden. Dieses gibt in der Tat an, wie lange das Fleisch verwendet werden kann. Aber auch hier spielen die Lagerung und der Transport nach Hause eine wesentliche Rolle. Wird das Fleisch beispielsweise im Sommer ungeschützt im aufgeheizten Auto transportiert, verdirbt es deutlich schneller als aufgedruckt. Entscheidend ist hier die strikte Einhaltung der Kühlkette. Nur so ist das Verfallsdatum wirklich aussagekräftig. Fleisch sollte also beispielsweise in einer Isoliertasche transportiert werden, die idealerweise einige vorbereitete Kühl-Akkus enthält.
Lebensmittel im Kühlschrank richtig lagern
Sind Lebensmittel erst geöffnet, verderben Sie innerhalb weniger Tage. Daher ist hier die fachgerechte Lagerung in der eigenen Wohnung entscheidend. Am besten lässt sich Nahrung luftdicht in einer Dose unterbringen. Ist dies nicht möglich, so sollte zumindest großzügig mit Frischhaltefolie abgedeckt werden. Angefangene Lebensmittel gehören natürlich in den Kühlschrank. Bei kühlen null bis vier Grad bleiben die Speisen hier noch einige Tage frisch. Im Zweifel hilft immer ein Geruchstest. Riechen die Lebensmittel leicht säuerlich sollten sie entsorgt werden.
Wo kann man Lebensmittel lagern?
Lebensmittel richtig aufbewahren spart viel Geld! Unsere Tipps:
Als Faustregel gilt: Obst niemals neben Gemüse lagern. Das aus dem Obst ausströmende Reifgas kann das Gemüse deutlich schneller altern lassen. Äpfel und Birnen verströmen zudem noch Ethylen, das anderen Obstsorten nicht bekommt. Sie sollten daher separat gelagert werden. Ist auch nur eine kleine Spur Schimmel zu entdecken, sollten alle betroffenen Lebensmittel entsorgt werden. Der Hauptteil des Schimmelbefalls liegt immer in der Nahrung selbst.
Brot wird am besten bei Zimmertemperatur und verschlossen gelagert. Ideal ist hier der klassische Brotschrank oder die Brotdose. Beide sollten regelmäßig mit Essigwasser gereinigt werden, um einer möglichen Schimmelbildung vorzubeugen.
Achten Sie auch auf Lebensmittelmotten! Erfahren Sie bei uns wie man diese erkennt, bekämpft und vermeidet.
Doch wie behält man den Überblick?
Zunächst einmal sollten die Lebensmittel so einsortiert werden, dass man möglichst schnell sieht wo was drin ist. Also alle Obstkonserven zusammenstellen etc. Des Weiteren sollte man beim Einsortieren auf das Haltbarkeitsdatum achten und Sachen mit einem Datum in der weiteren zukunft nach hinten stellen.
Bei kürzer haltbaren Lebensmitteln, die meist im Kühlschrank gelagert werden, sollte man ebenfalls nach Datum sortieren. Am besten einmal in der Woche alles im Kühlschrank vorhandene durchsortieren.
Wer sehr viele Vorräte hat, kann sich auch auf einem Zettel notieren was in welchen Mengen vorhanden ist. Es gibt dafür sicher auch Apps fürs Handy.
Mit der Beherzigung einiger Tipps und sorgfältiger Lagerung halten sich Lebensmittel deutlich länger. Das spart nicht nur Ärger, sondern auch Geld.
Optimale Temperaturzonen für verschiedene Lebensmittel
Nicht alle Lebensmittel werden bei der gleichen Temperatur gelagert. Dauer und Qualität hängen ab von Produktgruppe, Verpackung und verfügbarem Raum. Der klassische Kühlschrank hält sich auf 0-4°C oben im Hauptfach, während das Gemüsefach meist 8-10°C bietet. Fleisch und Wurst lagern am besten dort, wo es am kältesten ist - unter der Glasplatte über dem Gemüsefach. Milchprodukte halten besser bei konstant kühlen Temperaturen. Raumtemperatur um 18°C ist ideal für Obst und Gemüse, die noch nachreifen sollen, wie Avocados oder Bananen. Gekochte Speisen sollten nach dem Abkühlen schnell in den Kühlschrank, idealerweise unterhalb von 4°C. Bevorratet man Lebensmittel längerfristig - etwa im Keller - ist eine konstante Temperatur zwischen 10-15°C optimal. Schwankungen führen dazu, dass sich Kondenswasser bildet, was zu Verderb führt.
Luftfeuchtigkeit und Verpackung - die oft unterschätzten Faktoren
Viele Köche vergessen bei der Lagerung auf die Luftfeuchtigkeit. In zu trockener Luft (unter 50%) schrumpeln Obst und Gemüse schnell. Zu feuchte Luft (über 75%) begünstigt Schimmelbildung. Optimal sind 50-70%. Das Gemüsefach im Kühlschrank schafft dies durch seine geschlossene Bauweise automatisch. Beim Lagern im Keller sollte man regelmäßig lüften oder notfalls einen Luftentfeuchter nutzen. Die Verpackung spielt eine große Rolle: Frischhaltefolie verhindert Wasserverlust, ermöglicht aber keine Luftzirkulation - daher können winzige Risse zu Verderb führen. Papiertüten und Baumwollbeutel sind besser für Obst und Gemüse, das noch atmen soll. Vakuumverpackungen schützen vor Bakterien, aber nur wenn die Verpackung intakt ist. Nach dem Öffnen sollten diese Produkte schnell verbraucht werden. Für längerfristige Lagerung von Mehl, Getreide und Nüssen sind luftdichte Behälter essential - sie schützen vor Schädlingen und verlangsamen Oxidation.
Verderbnis erkennen - Sicherheit geht vor
Das menschliche Sinnesorgan ist beim Erkennen verdorbener Lebensmittel vielfach unzuverlässiger als gedacht. Gefährliche Bakterien wie Listeria oder Salmonellen sind oft nicht sichtbar oder zu riechen. Dennoch gibt es Warnsignale. Bei Fleisch und Wurst: Verfärbungen, glitschige Oberfläche oder unangenehmer Geruch. Bei Milchprodukten: Säuerlicher Geruch, Flockenbildung oder Ausreißen der Struktur. Schimmel auf Brot oder Marmelade ist eindeutig - hier hilft auch kein "einfach wegschneiden". Die einzige Ausnahme sind Hartkäse und Wurst, wo oberflächlicher Schimmel mit Salzwasser abgewaschen werden kann. Aufgetaute Lebensmittel sollten sofort verwendet werden, nicht erneut eingefroren. Bei gekochten Speisen gilt die 2-Stunden-Regel: bei Raumtemperatur sollte es nicht länger stehen, dann schnell in den Kühlschrank, maximal 3 Tage dort halten. Im Zweifelsfall: wegwerfen, nicht riskieren.
Lagertrennung und Kreuzkontamination vermeiden
Im Kühlschrank hat jede Warengruppe ihren Platz - das ist nicht nur eine Empfehlung, sondern wichtig für Lebensmittelsicherheit. Rohe Lebensmittel lagern immer unten und räumlich getrennt von verzehrfertigen Produkten, um zu verhindern, dass Säfte tropfen. Fleisch und Fisch sollten in einer separaten Box oder auf einem stabilen Tablett sein. Obst und Gemüse gehören ins Gemüsefach, nicht neben Fleisch. Auch im Keller oder in der Speisekammer ist diese Trennung sinnvoll: Obst und Gemüse getrennt, da reifendes Obst Ethylengas aussendet, das Gemüse beschleunigt altern lässt. Fertig verpackte Waren getrennt von loser Ware. Gewürze und Öle separiert von Lebensmitteln mit starkem Eigengeruch, da diese Aromen aufnehmen - besonders die empfindliche Butter, Käse und Schokolade. Eine klare Ordnung hilft auch beim Überblick: Neue Ware nach hinten, ältere Ware nach vorne - so vermeidet man, dass Waren vergessen werden. Abgelaufene Produkte sollten sofort entsorgt werden.