Hygiene in der Küche

Text: K. L. (Hausfrau und Mutter) / Letzte Aktualisierung: 10.04.2026

Hygiene in der Küche: Arbeitsflächen reinigen
Zur Hygiene in der Küche gehört auch das Reinigen der Arbeitsfläche - Symbolbild: © dusanpetkovic1 - stock.adobe.com

Küchenhygiene Regeln und Tipps für den Arbeitsplatz Küche

Die Küche: hier werden Frühstücksbrötchen geschmiert, Nudeln mit Tomatensoße gekocht, leckere Braten kreiert, süße Torten und knusprige Kekse gebacken. Keine Frage, dass für all diese Dinge nur frische, einwandfreie Lebensmittel verwendet werden. Schließlich möchte sich niemand mit Salmonellen anstecken oder sich durch verdorbene Nahrungsmittel mit anderen Keimen oder Bakterien infizieren. So selbstverständlich wie die Auswahl von frischen Lebensmitteln sollte auch die Hygiene in der Küche sein. Denn nicht nur alte, verdorbene Speisen können zu gesundheitlichen Problemen führen, sondern auch eine mangelnde Sauberkeit bei der Zubereitung der verschiedenen Gerichte sowie ungenügende Hygiene in der Küche stellen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.

6 praktische Tipps für die Küchenhygiene

Doch worauf ist bei der Hygiene in der Küche zu achten? Wir geben hier 6 praktische Tipps für die Küchenhygiene:

Tipp 1 - Personenhygiene

Waschen Sie sich immer vor der Küchenarbeit gründlich die Hände. Auch zwischen den einzelnen Arbeitsgängen ist eine Händereinigung mit Flüssigseife zu empfehlen, besonders dann, wenn Sie frisches Fleisch oder frischen Fisch verarbeiten. Wechseln Sie das Handtuch regelmäßig! Bevor Sie Speisen zubereiten, sollten Sie Ringe, Uhren und Armbänder ablegen und dafür sorgen, dass Ihre Haare zusammengebunden sind.

Hygiene in der Küche - Extra Tipp:
Lassen Sie sich beim Hantieren in der Küche nicht durch kleine Kinder oder Haustiere ablenken! Haustiere werden schnell mal gestreichelt oder man wischt dem Kind den Mund ab... Und schon vergisst man sich nochmal die Hände zu waschen. Und das ist das A und O bei der Hygiene in der Küche!

Tipp 2 - Besondere Hygiene bei Schneidebrettern

Gemüse schnippeln, Fleisch schneiden, Fisch filetieren - Schneidebretter kommen tagtäglich zum Einsatz. Leider sind sie ideale Brutstätten für Keime und Bakterien. Besonders rissige Holzbretter bieten den Bösewichten einen perfekten Nährboden. Sie sollten daher regelmäßig ausgetauscht werden. Am hygienischsten und pflegeleichtesten sind Bretter aus Glas oder Kunststoff. Egal welche Brettchen Sie verwenden: sie sollten unmittelbar nach der Benutzung mit heißem Wasser gereinigt werden. Besser noch: die Schneidebretter sind spülmaschinenfest. Dann können Sie sie einfach heiß abspülen und anschließend in der Spülmaschine gründlich reinigen lassen.

Tipp 3 - Spüllappen und Handtücher regelmäßig austauschen

Keine Küche ohne Spüllappen. Das gute Teil wischt verschüttete Milch auf, reinigt das Kochfeld von eingebranntem Kartoffelwasser und wird zum Säubern der Arbeitsfläche verwendet. Nach jedem Gebrauch sollte der Spüllappen gründlich mit heißem Wasser ausgewaschen werden und ausgebreitet trocknen können. Mindestens alle zwei bis drei Tage ist ein Austausch notwendig. Haben Sie allerdings frisches Fleisch oder Fisch zubereitet und der Spüllappen ist damit in Berührung gekommen, so ist es besser, ihn sofort zu entsorgen. Küchenhand- und Geschirrtücher sollten ebenfalls etwa zwei bis dreimal in der Woche ausgetauscht werden. Auch hier gilt: nach der Zubereitung von Fleisch oder Fisch sollten die Tücher sofort gewechselt werden, da sie schnell zu regelrechten Keimschleudern werden. Handtücher und Geschirrtücher benötigen einen Waschgang in der Maschine bei 95 Grad Celsius, da nur so zuverlässig alle Keime und Bakterien abgetötet werden. Sehr hilfreich ist es eine Rolle Küchentücher zur Hand zu haben. So kann man Verschüttetes schnell aufsaugen und das Tuch anschließend entsorgen.

Hygiene in der Küche Tipp 4 - Vorsicht beim Auftauen von Lebensmitteln

Vorratshaltung spart Geld und Zeit, daher werden besonders Fleisch und Fisch gerne eingefroren. (Unbedingt die Kühlkette einhalten!) Taut man diese Lebensmittel wieder auf, so sollten sie hierfür in ein Sieb gelegt werden, damit die Auftauflüssigkeit gut ablaufen kann. In ihr tummeln sich viele Keime, welche schnell unliebsame Infektionen hervorrufen können. Auftauflüssigkeit nehmen Sie am besten nicht mit dem Spüllappen, sondern nur mit Küchenpapier auf. Lesen Sie auch: Wie gesund sind Tiefkühlprodukte?

Tipp 5 - Vermeiden von gegenseitigen Verunreinigungen (Kreuzkontamination)

Mit dem Fleischmesser gleich noch das Gemüse schnippeln oder in die Schüssel, in der das Hack zubereitet wurde, direkt den Salat geben. Schnell ist es passiert, dass ein mit Keimen oder Bakterien belastetes Lebensmittel ein anderes quasi "ansteckt". Hier hilft nur eines: die gründliche Reinigung aller Messer, Brettchen, Teller und sonstigen Arbeitsflächen, bevor der eine Arbeitsgang den anderen ablöst. Das selbe gilt für benutzte Teller, Tassen, Töpfe und Schüsseln.

Küchenhygiene - sauberer Kühlschrank
Zur Küchenhygiene gehört auch ein sauberer Kühlschrank! - Symbolbild: © Andrey Popov - stock.adobe.com

Küchenhygiene Tipp 6 - Sauberer Kühlschrank

Eier, Fleisch, Wurst, Käse, Milch, Gemüse - ein gut gefüllter Kühlschrank erfreut das Herz der Hausfrau. Doch ist auch alles richtig eingeräumt? Kritische Lebensmittel wie etwa Eier und Geflügelfleisch sollten immer getrennt voneinander aufbewahrt werden. Obst und Gemüse gehören in die dafür vorgesehenen Fächer und Milchprodukte lagern am besten in den mittleren Fächern. Nach Möglichkeit keine Speisen offen im Kühlschrank stehen lassen und abgelaufene Produkte sofort entsorgen. Halb verschimmelte Möhren oder eine Wurst mit "Pelzbesatz" lassen auch andere im Kühlschrank gelagerte Lebensmittel schnell verderben. Etwa alle 4 Wochen ist eine gründliche Reinigung des Kühlschankes zu empfehlen. Mit warmem Essigwasser alle Fächer gründlich auswischen und alte Lebensmittel aussortieren. Weitere Tipps zum Kühlschrank reinigen

Die größten Hygiene-Fallen in der Küche erkennen und vermeiden

Manche Dinge erscheinen harmlos, sind aber echte Keimschleudern. Der Küchenschwamm ist Nummer eins: Feucht, warm und voller organischer Substanzen - das ist der perfekte Platz für Bakterien und Pilze. Deshalb sollte er wirklich alle zwei bis drei Tage ausgetauscht oder zumindest gekocht werden. Auch das Geschirrtuch ist tückisch - es wird nachlässig gewechselt und verbreitet Keime überall hin. Ein weiterer stiller Übeltäter ist der Bereich unter der Spüle: Dort sammeln sich schnell Feuchtigkeit und Essensreste, die ein Biotop für unerwünschte Gäste bilden. Regelmäßig auskehren und lüften hilft. Auch die Kaffeemaschine und der Wasserkocher sind oft vernachlässigt - ein Durchlauf mit Zitronensaft oder speziellem Entkalker alle paar Wochen ist wichtig.

Schneidebretter richtig reinigen und lagern

Schneidebretter sind täglich im Einsatz, aber nicht immer wird ihnen die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Holzbretter sehen gemütlich aus, aber kleine Risse und Kratzer sind perfekte Verstecke für Bakterien. Kunststoff- oder Glassbretter sind hygienischer und lassen sich leichter säubern. Nach dem Gebrauch sofort mit heißem Wasser und Spülmittel gründlich reinigen. Besonders nach der Verarbeitung von rohem Fleisch oder Fisch sollte das Schneidebrett desinfiziert werden - am besten mit einer kurzen Fahrt durch die Spülmaschine bei hoher Temperatur. Tipp: Beschädigte Schneidebretter mit sichtbaren Rissen gehören entsorgt, nicht mehr verwendet.

Schwamm, Lappen, Geschirrtuch - wie oft wechseln?

Das hängt von der Nutzung ab: Ein Spüllappen, der täglich verwendet wird, sollte alle zwei Tage gewechselt werden. Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch oder Fisch am besten sofort auswechseln. Geschirrtücher halten etwa zwei bis dreimal pro Woche, müssen aber auch dann ausgetauscht werden, wenn sie nach dem Umgang mit rohen Lebensmitteln verwendet wurden. Handtücher und Geschirrtücher sollten immer bei 95 Grad Celsius gewaschen werden - nur so werden alle Keime zuverlässig getötet. Ein praktischer Tipp: Eine Rolle Küchenpapiertücher zur Hand zu haben ermöglicht es, schnell Verschüttetes aufzusaugen und das Papier danach einfach zu entsorgen.

Kreuzkontamination bei rohem Fleisch und Fisch vermeiden

Das Risiko von Kreuzkontamination ist eine der häufigsten Infektionsquellen in privaten Küchen. Wenn man mit dem gleichen Messer und Schneidebrett erst das rohe Hähnchen schneidet und dann direkt den Salat, werden die Salmonellen im Salat verteilt. Das Gleiche gilt für Teller und Hände: Wer roher Fleisch angefasst hat, muss sich sofort die Hände waschen, bevor man andere Lebensmittel berührt. Eine einfache Regel: Möglichst separate Bretter für Fleisch/Fisch und für Gemüse/Salate nutzen. Alle Arbeitsflächen, Messer und Hände nach dem Umgang mit rohen kritischen Lebensmitteln gründlich reinigen, bevor man zu anderen Zutaten übergeht.

Auch das gehört zur Hygiene in der Küche

Grundsätzlich sollten Obst und Gemüse gründlich abgewaschen werden. Ordentlich Wasser reicht, es braucht kein extra Spülmittel. Auch sollten Sie darauf achten, dass die Speisen ordentlich durcherhitzt werden. Das ist vor allem bei Geflügel sehr wichtig.

Aber auch das Putzen der Küche gehört zur Hygiene. Reinigen Sie also die Arbeitsfläche nach jeder Nutzung. Das Spülbecken nach dem Abwasch heiß ausspülen. Den Fußboden mindestens einmal in der Woche fegen und wischen. Denken Sie aber auch daran die Schränke, den Herd und die Lampe gelegentlich zu reinigen. Besonders unbeliebt ist das Reinigen der Dunstabzugshaube, aber nur wenn auch diese regelmäßig gereinigt wird ist Ihre Küche wirklich sauber.

Küchenhygiene ist nicht nur im gastronomischen Bereich das A und O. Auch in der eigenen Küche sollten diese Maßnahmen zur Reduzierung der Keimbelastung und somit zur Vermeidung von Infektionen berücksichtigt werden. Unsere Tipps sind leicht zu beherzigen und werden Ihnen ganz schnell in Fleisch und Blut übergehen.

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