Ist Joghurt gesund?
Text: B. B. (Online-Redakteurin) / Letzte Aktualisierung: 10.04.2026
Unsere Autorin erklärt in diesem Artikel warum Joghurt gesund ist, wie er hergestellt wird und vieles mehr.
Joghurt für eine gesunde Ernährung
Flüssig im winzigen Fläschchen, im Salatdressing, im Müsli oder fertig angerührt auf Fruchtmousse - die Rede ist vom Joghurt, dem gesündesten aller Milcherzeugnisse. Der Platz, den Joghurtprodukte im Kühlregal des Supermarkts einnehmen, wird immer größer und auch die Mediziner legen ihren Patienten vermehrt den regelmäßigen Verzehr eines Naturjoghurts ans Herz. Denn Joghurt, haben Wissenschaftler festgestellt, stärkt die Darmflora und damit auch das Immunsystem.
Warum ist Joghurt gesund?
Einem russischen Mediziner fiel auf, dass die Bulgaren eine besonders hohe Lebenserwartung haben - und ging der Sache auf den Grund. Sein Verdacht: Die Balkanbewohner erfreuen sich dank ihres fast täglichen Joghurt- und Kefirverzehrs einer außergewöhnlich stabilen Gesundheit. Der Forscher wurde mit dem Nobelpreis belohnt, und der Joghurt trat einen einzigartigen Eroberungszug in ganz Europa an. Die meisten Joghurtfreunde essen ihn jedoch nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil er ihnen prima schmeckt und in Kombination mit Waldfrüchten oder Erdbeeren, frischer Sahne, Schokoraspeln oder Honig zur echten Delikatesse wird.
Herstellung von Joghurt
Joghurt ist ein Milcherzeugnis und basiert zu 100 Prozent auf Milch - damit birgt er viel wertvolles Kalzium, Fett, Vitamine und Mineralstoffe und natürlich das lebensnotwendige Milcheiweiß, das der menschliche Körper für all seine Funktionen benötigt und täglich zugeführt bekommen sollte. Doch auch die Mineralien und Vitamine des Joghurts helfen dem Immunsystem auf die Sprünge, stärken die Knochen und festigen die Zähne.
Und warum ist Joghurt gesund?
Was den Joghurt von der Milch unterscheidet, ist sein Gärungsprozess, der durch verschiedene Bakterienstämme ausgelöst werden. Diese Bakterien gehören zu den so genannten "guten" Bakterien und helfen dem Körper im Kampf gegen diverse Krankheiten. So senken die Milchsäurebakterien den Cholesterinspiegel; ebenso halten die Joghurt-Bakterien die Darmflora intakt und unterstützen sie bei der Selbstheilung von Durchfällen, Pilzen oder Entzündungen. Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die jeden Tag Joghurt genießen, seltener an Durchfällen und Darmbeschwerden leiden. Auch Frauen, die von immer wieder auftretenden vaginalen Pilzerkrankungen heimgesucht werden, können mit Hilfe regelmäßigen Joghurtgenusses wieder beschwerdefrei werden. Selbst Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit können Joghurt nicht selten gefahrlos genießen, da die enthaltenen Milchsäurebakterien den Darm mit der fehlenden Laktose versorgen.
Wer unter Laktoseintoleranz leidet, findet in vielen Supermärkten auch laktosefreie Produkte.
Rechtsdrehenden und linksdrehende Milchsäurebakterien
Für Verwirrung sorgt bei Verbrauchern jedoch die Sache mit der rechtsdrehenden und linksdrehenden Milchsäure - zu Unrecht. Zwar kann der Körper die linksdrehenden Milchsäuren auch verdauen, braucht dazu jedoch wesentlich länger. Deshalb sind, wenn möglich, Produkte mit überwiegend rechtsdrehenden Molekülen zu bevorzugen. Der bekömmlichste Joghurt ist übrigens der Biojoghurt, da er insgesamt drei unproblematische Bakterienstämme enthält; außerdem schmeckt er sehr mild und überzeugt durch seine Frische selbst Joghurtskeptiker. Am gesündesten ist Joghurt immer pur und mit möglichst wenig Kristallzuckerzusatz, da Zucker wiederum die Ansiedlung von schädlichen Bakterien im Darm begünstigt und die Milchsäurebakterien nicht so effektiv arbeiten können wie erwünscht. Den Joghurt stattdessen lieber mit Honig süßen und mit frischem Obst vermischen.
Wie lange ist Joghurt haltbar?
Ein ungeöffneter Becher Joghurt ist in der Regel zwei Wochen haltbar. Hier hilft ein Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist dieses überschritten sollte man den Becher vorsichtig öffnen. Ist kein Schimmel zu sehen und riecht der Joghurt noch normal, kann man ihn auch einige Tage nach Ablaufdatum noch essen. Mehr Infos zum Thema Milch und Milchprodukte lagern
Kann man Joghurt einfrieren?
Ja, man kann Joghurt einfrieren. Im Tiefkühler ist er zwei Monate haltbar. Zum Auftauen stellt man den Joghurt einfach über Nacht in den Kühlschrank. Doch beim Einfrieren verändert sich die Konsistenz. Deshalb sollte man lieber darauf verzichten. Allerdings kann man Joghurt für die Zubereitung von Eis verwenden.
Vielfältige Verwendung von Joghurt
Viele genießen Joghurt als Dessert. Doch Naturjoghurt kann man sehr vielfältig verwenden. So lässt sich daraus ein leckeres Joghurtdressing für Salate herstellen, man kann ihn zum Backen verwenden, für Müslis und Desserts. Aber auch Frozen Yoghurt lässt sich daraus herstellen.
Unsere Rezepte mit Joghurt:
Fertiger Joghurt aus dem Supermarkt - Beliebte Sorten
Das einfachste ist natürlich einen fertigen Joghurt im Supermarkt zu kaufen. Einfach Becher aufreißen und genießen. Doch welcher Joghurt soll es sein? Neben den beliebten Sorten Erdbeere und Pfirsich-Maracuja gibt es noch viele weitere wie zum Beispiel:
- Zitronenjoghurt
- Himbeerjoghurt
- Apfeljoghurt
- Banananenjoghurt
- Vanillejoghurt
- Mohnjoghurt
Probiotische Kulturen im Joghurt
Probiotische Kulturen sind lebende Bakterien, die die Darmflora unterstützen können. Spezielle Stämme wie Lactobacillus und Bifidobacterium sollen sich im Darm ansiedeln - das funktioniert allerdings nur, wenn genügend davon die Magenpassage überstehen. Gekaufter probiotischer Joghurt enthält teils zu wenige aktive Kulturen, um einen deutlichen Effekt zu erzielen. Wer seine Verdauung im Blick behalten will, sollte ohnehin auf eine abwechslungsreiche Ernährung setzen und nicht nur auf ein einzelnes Produkt.
Auch Naturjoghurt mit den üblichen Kulturen ist wertvoll. Er liefert Milchsäurebakterien, die die Verdauung auf natürliche Weise unterstützen. Beim Selbermachen lohnt es sich, auf gute Starterkulturen zu achten - Bio-Joghurt oder Kulturen vom Spezialisten bringen mehr Vielfalt ins Glas als ein billiger Standard-Becher. Gelagert wird Joghurt grundsätzlich im Kühlschrank, Hitze schadet den Kulturen. Mit der Zeit wird Joghurt säuerlicher, die Bakterien bleiben aber aktiv.
Griechischer Joghurt und Naturjoghurt im Vergleich
Griechischer Joghurt ist dichter, cremiger und würziger als klassischer Naturjoghurt. Der Grund liegt im Herstellungsprozess: Dem fertig gereiften Joghurt wird ein Teil der Molke entzogen, meist durch Filtration. Was zurückbleibt, ist ein Konzentrat mit höherem Eiweiß- und Fettanteil. Der Geschmack wirkt dadurch voller und leicht säuerlich.
Naturjoghurt dagegen behält die gesamte Molke und hat deshalb eine dünnflüssigere Konsistenz. Nährwertseitig liefert der griechische Joghurt pro Portion mehr Eiweiß und sättigt länger - der Naturjoghurt ist etwas leichter. In der Küche haben beide ihre Einsatzgebiete: Griechischer Joghurt eignet sich für Dips, Dressings zu Früchten und als Topping, Naturjoghurt lässt sich wegen seiner Konsistenz besser in Saucen, Marinaden und Backrezepten verarbeiten. Wer griechischen Joghurt selbst herstellen möchte, filtert seinen fertigen Naturjoghurt einfach über ein Baumwolltuch in einem feinen Sieb.
Auffällig ist vor allem der Unterschied beim Eiweißgehalt: Skyr liegt mit rund 11 Gramm pro 100 Gramm deutlich vor den klassischen Joghurts und eignet sich gut für eine eiweißreiche Ernährung. Griechischer Joghurt punktet ebenfalls beim Eiweiß, bringt durch seinen höheren Fettanteil aber auch die meisten Kalorien mit. Wer auf die Linie achten möchte, greift zu Magerjoghurt - er schlägt mit weniger als 50 Kilokalorien pro 100 Gramm kaum zu Buche und liefert trotzdem wertvolle Milchsäurebakterien.
Joghurt selber machen
Joghurt selbst herzustellen ist weniger aufwendig als viele denken. Nötig sind lediglich Milch, ein wenig gekaufter Naturjoghurt als Starter und eine gleichmäßige Wärmequelle. Die klassische Thermoskannen-Methode funktioniert so: Einen Liter Milch auf etwa 80 bis 90 Grad erhitzen, anschließend auf rund 40 Grad abkühlen lassen und zwei bis drei Esslöffel Joghurt einrühren. In eine vorgewärmte Thermoskanne füllen und acht bis zehn Stunden ruhen lassen - fertig ist der selbstgemachte Joghurt.
Wer regelmäßig Joghurt zubereitet, findet im Handel günstige Joghurtbereiter, die die Temperatur konstant halten. Auch Eierkocher mit Joghurteinsatz sind eine Alternative. Die beste Qualität erreicht man mit frischer Vollmilch aus dem Kühlregal, H-Milch wirkt im Ergebnis oft flach. Nach wenigen Versuchen entwickelt man ein Gefühl für Temperatur und Reifezeit. Der größte Vorteil liegt auf der Hand: Man weiß genau, was drin ist - keine Zusatzstoffe, keine Aromen, nur Milch und Kulturen.