Stollen - Klassiker der Weihnachtszeit

Text: B. B. / Letzte Aktualisierung: 01.12.2020

Ein Stollen für die Weihnachtszeit
Ein klassischer Stollen - Foto: © Swetlana Wall - stock.adobe. com

Für Menschen, die weder Sultaninen, Rosinen noch Orangeat oder gar Zitronat mögen, ist er einfach nur "bäh". Für alle anderen hält er seinen Status als praktischster Kuchen der Weihnachtszeit. Der Christstollen lässt sich wochenlang aufbewahren, bleibt immer saftig und verbreitet einen angenehm fruchtig-nussigen Geruch. Besonders gut passt er zu einem frisch gebrühten Tee und ist zudem sehr nährreich. Dabei war der Christstollen früher nur schnödes Fastenbrot, das nicht einmal Butter enthalten durfte.

Wie ist der Christstollen entstanden?

Bereits im 13. Jahrhundert fand der Christstollen das erste Mal in einer Urkunde Erwähnung, kommt in seiner damaligen Rezeptur aber nicht ansatzweise an den heutigen, butterreichen Christstollen heran. Einzig die Form ist über die Jahrhunderte die Gleiche geblieben - schließlich soll sie an das in wärmende Windeln gewickelte Christkind erinnern. Doch im Mittelalter war der Christstollen ein Fastenbrot und basierte lediglich auf Mehl, Wasser und Hefe.

Es ist Kurfürst Ernst von Sachsen zu verdanken, dass der Christstollen im 17. Jahrhundert endlich geschmacklich verfeinert und angereichert werden durfte. Er wandte sich mit einem freundlichen Bittbrief an den Papst, ob es denn nicht möglich wäre, dem Stollen etwas Butter hinzuzufügen. Möglicherweise war der Papst ein Freund süßer Genüsse. Jedenfalls gestattete er fortan, den Stollenteig mit Butter zu strecken. Voraussetzung: Die Bäcker mussten ein Butter-Bußgeld entrichten, das dem Bau des Freiberger Domes zugute kam.

Mit der Aufhebung des Butterverbots gelangte der Christstollen nach und nach zu seinen jetzigen Rezepturen. Wahre Berühmtheit erreichte der Original Dresdner Christstollen, den sogar ein eigenes Siegel schützt. Das ist kein Zufall: Ein sächsischer Bäcker entschied, dass der Stollenteig durch Früchte und Nüsse noch feiner gelingen könnte. So feiern die Sachsen auch in jedem Jahr am zweiten Adventssonntag ihr Stollenfest und wachen mit Argusaugen darauf, dass niemand ihren Christstollen kopiert oder gar verfälscht. Seine Zutaten sind indes kein Geheimnis: Neben Mehl, Hefe, Vollmilch und Kristallzucker kommen reichlich Frischbutter, Zitronat, Orangeat, Sultaninen, Mandeln und Gewürze in den Teig.

Regionale Stollenspezialitäten

Neben dem berühmten Dresdner Christstollen gibt es aber etliche regionale Christstollen-Spezialitäten - zum Beispiel den "Bremer Klaben", das Erfurter "Schnittchen" oder aber die Münchner, Eifler und Kölner Varianten des Christstollens. Auch ist es inzwischen gang und gebe, dass Bäckereien eine kindergerechte Stollenvariante, die auf Schokoladenstücke und Marzipan statt auf Rosinen und kandierte Früchte setzt, verkaufen. Eines bleibt jedoch bei allen gleich: Der Stollen erhält nach dem Backen eine dicke, schneeweiße Schicht aus gesiebtem Puderzucker. Frisch schmeckt der Stollen jedoch noch nicht so ganz.

Welche Unterschiede gibt es?

Erst eine längere Lagerzeit lässt den festen Teig so richtig saftig und aromatisch werden. Das Zubereiten des Christstollens liegt heute vor allem in der Hand der Bäckereien; auch industriell wird der Stollen in hohen Stückzahlen angefertigt und in die Supermärkte ausgeliefert. Unterschieden wird dabei hauptsächlich zwischen dem Butterstollen, dem Mandelstollen, dem Marzipanstollen - bei preiswerteren Ausgaben wird auch Persipan eingesetzt -, dem Mohnstollen und dem lockeren Quarkstollen. Dank der Früchte und des gehaltvollen Teiges sind sie aber allesamt sättigend und eine würzige, bekömmliche Alternative zu Plätzchen, Lebkuchen und Weihnachtstorte.

Tipps zum Stollen backen

Ein Original Dresdner Christstollen ist schon etwas teurer als die Produkte aus dem Supermarkt. Aber man kann auch selber Stollen backen! Mit diesen Tipps gelingt sicher auch Ihnen ein leckerer Christstollen:

  • Damit der Stollen beim Backen nicht in die Breite geht, legen Sie ein Band aus Alufolie um den Teig. Oder Sie geben den Teig in eine gefettete Form (z.B. Kastenform). Es gibt auch spezielle Stollenformen.
  • Sie können auch eine dünne Rolle Marzipan zwischen die "Zöpfe" legen und mit einarbeiten. So erhalten Sie ganz einfach einen Marzipanstollen.
  • Da der Stollen nach dem Backen lange ruhen sollte, ist es ratsam diesen rechtzeitig zuzubereiten. Haben Sie das vergessen können Sie 1/3 der Buttermenge durch Quark, geriebenen Apfel oder pürierte Trockenpflaumen ersetzen. Bevor Sie den Stollen mit Butter einstreichen einfach mehrmals anstechen. So ist er schon einige Stunden nach dem Backen schön saftig.
  • Orangeat und Zitronat kann man auch selbst herstellen. Waschen Sie eine Orange bzw. Zitrone mit heißem Wasser gründlich ab. Dann die Frucht schälen und die Schale in kleine Würfel schneiden. Diese geben Sie in ein Schraubglas, geben Honig dazu und stellen es in den Kühlschrank.
  • Einen Dresdner Christstollen lässt man vor dem Backen über Nacht im Kühlschrank ruhen. Eine Stunde vor dem Backen rausnehmen, so behält er seine Form.
  • Ein Stollen sollte mindestens 8 Tage ruhen bevor man ihn anschneidet.
  • Lagern Sie den Stollen trocken und kühl (nicht im Kühlschrank!) - am besten im Keller oder in der Speisekammer.

Weitere Informationen und Backtipps:

Bei uns finden Sie nicht nur leckere Stollen Rezepte, sondern auch einige Informationen rund ums Backen für Weihnachten:

Rezepte für Weihnachtsgebäck:

Weihnachtsrezepte:

Festtagsessen: