Zeltlagerküche - Was kann man kochen?

Vorbereitung, Ausrüstung und Rezepte für die Zeltlagerküche - einfache Gerichte für Gruppen und Pfadfinder, die mit minimalen Mitteln satt machen.

Ein paar mit Vorräten für die Zeltlagerküche
Frische Vorräte für die Zeltlagerküche - Symbolbild: © AVAVA - stock.adobe. com

Leckere Rezepte für Pfadfinder

Ob Pfadfinder, Jugendgruppe oder Mittelalterverein - Wenn man mehrere Tage in freier Natur verbringt, stellt sich immer wieder die Frage, wie ernährt man größere Gruppen von Leuten mit minimalen Mitteln und Möglichkeiten? Natürlich gibt es die Möglichkeit, Konserven einzukaufen und diese einfach warm zu machen. Aber selbstgemacht schmeckt immer noch am besten. Vorausgesetzt der Koch kann kochen... Wir möchten Ihnen hier einige Tipps sowie Rezepte für die Zeltlagerküche an die Hand geben.

Ausrüstung und Vorbereitung für die Zeltlagerküche

Die richtige Ausrüstung ist das A und O einer erfolgreichen Zeltlagerküche. Notwendig sind: ein oder mehrere Gaskocher (mit ausreichend Brennstoff), robuste Töpfe und Pfannen (am besten aus Alu oder Stahl), Essgeschirr (Teller, Becher, Besteck - am besten mehrere Sätze), eine Kühlbox für verderbliche Waren, ausreichend Wasser (etwa 2-3 Liter pro Person pro Tag), und gute Werkzeuge (Messer, Schneidebrett, Schaufel). Ein Zeltdach schützt die Kochstelle vor Regen.

Die Planung für die Zeltlagerküche

Zunächst sollte man wissen, für wieviele Leute man kochen muss. Davon abhängig sollte man sich überlegen, wie einfach oder aufwendig ein Essen gestaltet werden soll. Faustregel: Je mehr Leute, desto einfacher die Gerichte. Denn mit der Anzahl der Esser steigt der Arbeitsaufwand überproportional.

Ratsam sind Gerichte, die man genau kennt. Falls nicht, sollten sie vor dem Einsatz einmal testweise gekocht werden. Es gibt nichts Schlimmeres als ein unzufriedenes und hungriges Lager... Ein festgelegter Essensplan schützt hier vor unangenehmen Überraschungen. Fragen Sie vorab auch nach, ob jemand Vegetarier oder Veganer ist oder jemand eine Lebensmittelunverträglichkeit hat. Dann können Sie entsprechend planen. Die ständige Mahlzeit sollte etwa aus: Frühstück (Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade), Mittagessen (Eintopf oder Nudelgericht), Abendessen (Grillen oder Eintopf), Snacks für zwischendurch (Obst, Nüsse, Riegelkuchen) bestehen.

Wo bekomme ich was?

Fertigwaren wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, Soßenpulver, Kräuter, Räucherfleisch und alles, was nicht gekühlt aufbewahrt werden muss, kann man bereits mitbringen. Frischwaren wie Fleisch, Wurst, Käse oder ähnliches sollten, wenn keine Kühlbox vorhanden ist, besser frisch vor Ort gekauft werden. Dazu ist es gut, sich rechtzeitig zu informieren, wo der nächste Lebensmittelhändler zu finden ist.

Rezeptmengen anpassen

Die meisten Rezepte, die man findet sind für 4-6 Personen gedacht. Mit Hilfe des einfachen Dreisatzes (man erinnere sich, Mathematik Grundwissen...) kann man berechnen, wieviele Zutaten für eine beliebige Anzahl Personen benötigt werden. Grobes Schätzen bringt nichts - und eine hungrige Gruppe kann ganz schön murren. Wer keine Waage mitnehmen will, wiegt die Zutaten vorher ab und nimmt sie abgepackt mit. In der Regel benötigt man ca. 300g feste Nahrung pro Kopf und Mahlzeit. Das hört sich wenig an, aber es gibt immer Leute, die etwas weniger essen. Diese Menge hat sich in der Praxis bewährt.

Der Eintopf der kein Eintopf war

Gulasch, Erbseneintopf oder Kartoffelsuppe sind wohl die Klassiker des Ein-Topf-Kochens. Doch auch gebratenes Fleisch mit Kartoffeln ist durchaus ein Gericht, das man hervorragend in einem Topf machen kann. Ebenso diverse Risottos (Reisgerichte).

Rezept für Hirtentopf

Ein Beispiel für ein Gericht in einem Topf ist der Hirtentopf. Dazu zerschneidet man ca. 1,5 kg Schweineschulter in mundgerechte Stücke und schmort diese mit 5 grob gehackten Zwiebeln in einem Topf mit Öl an. Das Fleisch würzt man mit edelsüßer Paprika, Pfeffer, Salz und Majoran. Mit frischem Majoran schmeckt das zwar besonders gut, aber getrockneter Majoran ist auf einem Zeltplatz wegen der Haltbarkeit wohl eher angebracht. Mit etwas Brühe lässt man das Fleisch etwa 30 Minuten schmoren, während man 1,5 kg Möhren und die gleiche Menge Kartoffeln würfelt. Möhren etwas kleiner würfeln. Man gibt die Möhren hinzu und lässt sie mit dem Fleisch 10 Minuten lang aufkochen, dann erst kommen die Kartoffelwürfel hinzu. Nachdem man das Gemüse dazugegeben hat, kann man noch bis insgesamt auf einen Liter Brühe aufgießen und lässt alles 15 bis 20 Minuten garen. Dabei darf die Brühe ruhig so dosiert werden, dass aus dem Gericht keine Suppe wird. Das Essen wird durch die Brühe nur noch zusätzlich gewürzt.

Rezept für Hühnchen- oder Schinkenrisotto

Für ein Hühnchen- oder Schinkenrisotto setzt man verschiedene Zutaten wie Hühnchen, Curry, Lauchzwiebeln oder Schinken und Lauch mit Pfeffer, Salz und einer entsprechenden Menge Reis gemeinsam in einem Topf an. Dabei werden zuerst die Grundzutaten angebraten und gewürzt, dann gibt man den Reis und doppelt soviel Wasser wie Reis hinzu. Unter stetigem Rühren (damit nichts anbrennt) wird das Wasser verkocht und der Reis gegart. Fertig ist ein leckeres Risotto, mit dem man selbst größere Horden von Pfadfindern nach einer anstrengenden Wanderung satt bekommt.

Hygiene und Lebensmittelsicherheit

Bei der Zeltlagerküche ist Hygiene oberstes Gebot. Händewaschen vor der Zubereitung ist absolut notwendig - auch wenn nur begrenzt Wasser vorhanden ist. Stellen Sie Handwaschstationen auf. Vermeiden Sie verderbliche Lebensmittel, die keine Kühlung brauchen oder nehmen Sie eine Kühlbox mit Eisbeuteln mit. Lagerung von Lebensmitteln sollte in verschlossenen Behältern erfolgen, um Zutritt von Ungeziefer zu vermeiden. Warme Speisen sollten unmittelbar nach dem Kochen serviert werden, nicht zu lange stehen gelassen werden.

Wasserbedarf und Abfallwirtschaft

Wasser ist kostbar beim Zelten. Planen Sie mit etwa 1-2 Litern pro Person zum Kochen plus 1-2 Litern zum Trinken pro Tag. Abfallwirtschaft ist ebenso wichtig: Organische Abfälle können vergraben oder verbrannt werden (außerhalb des Lagers), andere Abfälle müssen mitgenommen werden. Eine gut organisierte Zeltlagerküche bedeutet auch, die Natur zu respektieren.

Auch das essen Pfadfinder gern

Kleine Pfadfinder kann man eigentlich mit einer Portion Nudeln mit Tomatensauce immer satt kriegen und glücklich machen. Auch ist dieses Essen (auch in großen Mengen) schnell zubereitet. Man kann gelegentlich auch grillen. Falls auf dem Zeltplatz ein großer Grill zur Verfügung steht, ist das ideal. Bratwürstchen kommen bei den Kids immer gut an. Für die Erwachsenen darf es gerne mal ein Schweinenackensteak oder auch etwas Gemüse sein. Dazu frisches Brot und einen Salat und schon sind alle glücklich, zufrieden und satt.

Tipps zur Nährstoffversorgung

Achten Sie darauf, dass die Kinder ausreichend Vitamine und Mineralien bekommen. Frisches Obst (Äpfel, Bananen) und Gemüse (Karotten, Paprika zum Knabbern) sollten auf dem Speiseplan stehen. Ausreichend zu trinken ist wichtig - besonders bei aktivem Spielen und Wandern. Wasser ist das beste Getränk, aber auch Fruchtsaftschorlen sind willkommen. Mit den richtigen Utensilien, ausreichend Lebensmitteln und vielen Rezeptideen kann das Abenteuer Zeltlagerküche beginnen! Wir wünschen viel Spaß und gutes Gelingen!