Winterfrust - Kann Schokolade helfen?

Erfahren Sie in diesem Artikel warum viele Menschen im Winter schlechte Laune (Winterfrust) haben und wie Schokolade dagegen helfen kann.

Schokolade gegen Winterfrust
Hilft Schokolade gegen Winterfrust? - Symbolbild: © Vera Kuttelvaserova

Tipps gegen Winterfrust

Lang anhaltende Kälte und Lichtmangel während der Wintermonate können ganz schön an die Substanz gehen. Gereiztheit, schlechte Laune oder gar depressive Stimmung sind oftmals das Resultat eines Winters, der einfach kein Ende nehmen will. Gerade während der Wintermonate greift der Mensch vermehrt zu Lebensmitteln, die Kohlenhydrate enthalten. Und da fällt der Griff meist auf ein besonderes Produkt: die Schokolade. Doch warum? Was ist dran an dem Gerücht: „Schokolade macht glücklich“?

Was ist der Grund für schlechte Laune im Winter?

Serotonin ist ein Hormon oder Botenstoff, das Signale zwischen den Zellen überträgt. Serotonin beeinflusst unsere Stimmung. Im Winter ist der Serotoninspiegel niedriger als zu anderen Jahreszeiten, was damit zusammenhängt, dass der Mensch im Winter oftmals unter erheblichem Lichtmangel leidet. Das traurige Resultat: Schlechte Laune und ständiges Hungergefühl, vor allem nach Süßem. Das so genannte „Glückshormon“ Serotonin wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Tryptophan ist eine lebenswichtige Aminosäure und kann vom Menschen nicht selbständig produziert werden, sondern muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Durch Lebensmittel, die Kohlenhydrate enthalten, bahnt sich das Tryptophan besonders schnell den Weg ins Gehirn. Weil es vielen nicht schnell genug gehen kann, greifen viele zu Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lassen: Zur Schokolade oder anderen Süßigkeiten.

Schokolade und ihre einzigartige Wirkung

Es ist wohl unbestritten ein regelrecht sinnliches Erlebnis, wenn man ein Stück Schokolade in den Mund führt und sich zart auf der Zunge zergehen lässt. Schokolade gibt es heutzutage für jeden Geldbeutel und in jeder nur erdenklichen Form und Geschmacksrichtung. Angefangen von der klassischen Blockschokolade mit Vollmilch bis hin zum Zartbittergeschmack - oder Pralinen mit Nuss-, Kokos- oder Likörgeschmack. Das Angebot ist riesengroß. Ein Hauptbestandteil der Schokolade - der Zucker - sorgt über die Insulinausschüttung für einen plötzlichen Anstieg des Serotoninspiegels im Gehirn. Die zusätzliche Kombination aus Fett und Kohlenhydraten sorgt dafür, dass sich der Schokoladengenießer plötzlich ganz glücklich und zufrieden fühlt. Außerdem befindet sich im Kakao der Wirkstoff Theobromin, dem eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt wird. Doch Vorsicht: Die rasche Wirkung der Schokolade hat auch ihren Preis! Der Blutzuckerspiegel ist nach dem Schokogenuss meistens noch niedriger als zuvor, was dafür sorgt, dass nicht nur das Hungergefühl, sondern auch die schlechte Laune plötzlich wieder da ist. Der Griff zum nächsten Stück oder zur nächsten Tafel Schoko ist vorprogrammiert.

Beliebte Schokoladensorten:

  • Bitterschokolade
  • Nougat
  • Marzipan
  • Vollmilchschokolade
  • Nussschokolade
  • Joghurtschokolade
  • Luftschokolade
  • Weiße Schokolade

Die Alternative: Gesunde Kohlenhydrate

Ganz offensichtlich besteht also ein enger Zusammenhang zwischen der Stimmungslage und dem Verlangen des Menschen nach Kohlenhydraten. Nachdem nun die Schokolade langfristig kein optimaler „Stimmungsaufheller“ ist, sollte man nach Alternativen suchen. Kohlenhydrate, die in Kartoffeln, Müsli oder Vollkornbrot enthalten sind, werden langsamer ans Blut abgegeben. Der Serotoninspiegel bleibt konstant. Somit sollte - gerade während der kalten Jahreszeit - vermehrt zu solchen gesunden Lebensmitteln gegriffen werden.

Richtige Dosierung und Maßhalten

Dass zu viel Schokolade dick macht, wird bereits Kindern beigebracht. Trotzdem greift der Mensch immer wieder gern zur süßen Versuchung aus Kakao. Das ist auch gar nicht verkehrt, wenn man es in Maßen tut. Schließlich geht es nicht darum, komplett auf Schokolade zu verzichten. Es ist vielmehr eine Frage der richtigen Menge und der Auswahl. Ein oder zwei Hälften einer dunklen Schokolade am Nachmittag können durchaus zur emotionalen Regulierung beitragen, ohne dass dabei die Kalorienbilanz aus dem Ruder läuft. Wichtig ist dabei, die Schokolade wirklich bewusst zu genießen, sie langsam zu essen und die positiven Momente zu verspüren.

Kakaoanteil und Qualität wählen

Nicht alle Schokoladen sind gleich. Die dunkle Variante mit einem höheren Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent enthält mehr Theobromin und weniger Zucker als helle Sorten. So kann man sich die positiven Effekte der Schokolade zunutze machen und dabei weniger Zucker konsumieren. Dunkelschokolade mit Nüssen, Rosinen oder getrockneten Früchten bietet zusätzliche Nährstoffe und ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl.

Bewegung und Tageslicht als natürliche Alternative

Die beste Lösung für Winterfrust ist und bleibt aber regelmäßige Bewegung. Ein Spaziergang an der frischen Luft, am besten zur Mittagszeit wenn die Sonne scheint, erhöht nicht nur den Serotoninspiegel natürlich, sondern tut auch dem ganzen Körper gut. Das Tageslicht ist ein wirksamer Stimmungsheber. Wer regelmäßig 20 bis 30 Minuten an der frischen Luft verbringt, kann das Winterfrust-Gefühl deutlich lindern. Zusätzlich tut auch leichte körperliche Aktivität wie Yoga, Schwimmen oder Tanzen dem Wohlbefinden gut. Diese Aktivitäten fördern die Ausschüttung von Endorphinen, den körpereigenen Glückshormonen, ganz ohne den Blutzucker-Crash der Schokolade.

Nüsse, Obst und ballaststoffreiche Lebensmittel

Eine gute Alternative zu Schokolade sind Nüsse und Samen. Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse und Sonnenblumenkerne enthalten Tryptophan ebenso wie Magnesium, das die Stimmung unterstützt. Eine Handvoll Nüsse als Snack zwischendurch ist nicht nur gesund, sondern auch befriedigend. Auch getrocknetes Obst wie Datteln, Feigen oder Rosinen kann den Hunger nach Süßigkeiten stillen und bietet dabei Vitamine und Ballaststoffe. Ein Apfel mit etwas Erdnussbutter ist eine sättigende und stimmungsfördernde Kombination, die lange vorhält.

Genuss ohne Reue - Das richtige Mindset

Das Wichtigste beim Genuss von Schokolade ist das innere Verhältnis zu dem Lebensmittel. Wer Schokolade als „verboten“ ansieht, wird umso mehr versucht sein, unkontrolliert zuzugreifen. Besser ist es, Schokolade bewusst und in kleinen Mengen zu genießen. Ein Stückchen hochwertige Schokolade, das man sich Zeit nimmt zu kauen und zu schmecken, ist psychologisch befriedigender als drei schnell heruntergeschlungene Tafeln. So kann man sich auch während der Wintermonate seine Glücksmomente erlauben, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Letztlich geht es darum, eine Balance zu finden zwischen dem Genießen und der Gesundheit.

Auch dass sie Glücksgefühle auslöst, hat bestimmt schon jeder am eigenen Leib verspürt. In Maßen genossen, kann man die schönen Glücksmomente bedenkenlos genießen, wobei längerfristig die Wahl eher auf gesunde Kohlenhydrate und natürliche Stimmungserhöher wie Bewegung und Tageslicht fallen sollte.

Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!