Was ist Spinat?
Spinat ist eine Kulturpflanze. Wildwachsende Sorten gibt es nur sehr selten in Teilen Vorderasiens und im westlichen Zentralasien. Spinat kann man auf viele Arten zubereiten. Junge Blätter ergänzen einen Salat gut, eingefroren kann man das Gemüse als Beilage servieren. Übrigens ist Spinat auch eine Heilpflanze. Er hilft gegen Blähungen, die Samen gelten als Abführmittel. Früher wurde das Gemüse auch zur Behandlung von Nierensteinen, Fieber, Entzündungen von Lunge und Darm, Atmungsproblemen, Leberentzündung und Gelbsucht angewandt. Da sich um den Spinat viele Mythen ranken, möchten wir Ihnen hier erklären, warum Spinat gesund ist und unbedingt auf den Speiseplan gehört. Sie erfahren, welche Nährstoffe enthalten sind, wie man ihn lagert und auch, wie man Spinat zubereitet.
Inhaltsstoffe von Spinat pro 100 g
| Nährwert | Wasser | Eiweiß | Kohlenhydrate | Fett | Calcium | Vitamine |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 20 kcal | 92,7 g | 2,5 g | 1,6 g | 0,4 g | 130 mg | B1, B2, B6, C, E |
Spinat lagern
Spinat gibt es das ganze Jahr über frisch zu kaufen. Die Blätter sollten knackig, fest und grün sein. Im Frühjahr und Sommer schmeckt er eher zart, im Herbst und Winter kräftiger. Lagern Sie das Gemüse im Kühlschrank, am besten in einem Plastikbehälter oder Plastikbeutel. Bewahren Sie frischen Spinat nie länger als einen Tag auf. Sie können ihn aber auch einfrieren. Dazu waschen Sie ihn gründlich, blanchieren ihn, gießen das Wasser ab und kühlen das Gemüse mit Eiswasser. Dann können Sie es klein hacken oder pürieren und einfrieren. So hält sich das Gemüse bis zu einem Jahr.
Zubereitung von Spinat
Frühlingsspinat sollten Sie roh als Salat essen, da der Körper dann die wichtige Folsäure richtig aufnehmen kann. Den Herbstspinat kann man auch warm essen. Er eignet sich als Beilage zu Eiern und Kartoffeln. (Tipps zum Spinat kochen.) Spinat sollte man nie aufwärmen, da aus dem im Spinat enthaltenen Nitrat dann Nitrit wird und dieses im Körper krebserregende Stoffe bilden kann.
Schon gewusst?
In Deutschland wird Spinat auf einer Fläche von über 3400 ha angebaut. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch des Gemüses liegt bei gerade mal 800 g! Berühmtheit erlangte der Spinat im Comic „Popeye der Seemann“. Seit 1929 tauchte der liebenswerte Seemann auf den Comicseiten einiger Zeitungen auf. Seine Kräfte bezog er aus Dosenspinat. Sollte Ihr Kind sich also weigern, Spinat zu essen, kann evtl. die Lektüre von „Popeye“ helfen.
Blattspinat vs. Wurzelspinat
Der Unterschied zwischen Blattspinat und Wurzelspinat ist größer, als man zunächst denkt. Blattspinat, auch Gartenspinat genannt, wird ohne Wurzeln geerntet und ist feiner, zarter und empfindlicher. Wurzelspinat dagegen ist robuster, hat mehr Struktur und bleibt auch beim Kochen bissfester. Geschmacklich ist Blattspinat würziger und intensiver - der echte Klassiker für Spinatsuppe oder Spinat-Gnocchi. Wurzelspinat schmeckt milder und eignet sich besser für Smoothies oder als Gemüsebeilage. Zeitlich gibt es auch Unterschiede: Blattspinat wächst schneller, ist also im Frühjahr und Herbst verfügbar. Wurzelspinat braucht länger und kommt eher im Winter aus dem Kaltlager. Wer frischen Spinat kauft, bekommt fast immer Blattspinat - Wurzelspinat ist eher für Tiefkühlkost oder Dosen reserviert. Im eigenen Garten kann man beide anbauen und so flexibel zwischen den Sorten wechseln.
Der Nitrat-Mythos
Lange Zeit hatte Spinat einen schlechten Ruf wegen seines Nitratgehalts. Auch die Angst vor Nitrat beim Aufwärmen ist übertrieben. Moderner Spinat enthält viel weniger Nitrat als früher angebaute Sorten, und das Aufwärmen ist heute weitgehend unbedenklich, solange der Spinat schnell auf unter sieben Grad gekühlt wird. Wichtig ist nur: nicht warm stehen lassen, nicht mehrfach aufwärmen. Das galt früher, als der Spinat noch stundenlang auf dem Herd vor sich hin köchelte. Heute wird er schnell gekocht und schnell gekühlt - dann ist Spinat gar nicht problematisch. Frischer Spinat vom Markt ist sogar vitaminreicher als Tiefkühlspinat, auch wenn dieser praktischer ist. Die Chemie dahinter: Nitrat ist nicht giftig, erst wenn es lange steht und warm wird, entsteht das problematische Nitrit. Mit modernen Lagerungs- und Zubereitungsmethoden ist das Thema längst gelöst.
Spinat richtig einkaufen
Beim Einkaufen frischen Spinats gibt es ein paar einfache Regeln: Die Blätter sollten intensiv grün sein, knackig und frisch riechen - nicht muffig oder gärend. Gelbe oder braune Stellen sind ein Zeichen dafür, dass der Spinat schon zu lange lagert. Schwitzwasser in der Verpackung ist schlecht, das fördert Fäulnis. Besser ist trockener Spinat. Die beste Saison für Frischspinat ist März bis Oktober, da ist er aromatischer und günstiger. Auch Bio-Spinat lohnt sich - weniger Pestizide und oft geschmacklich intensiver. Tiefkühlspinat ist eine gute Alternative, wenn man nicht täglich frischen kauft, solange dieser kühl gelagert wird. Generell ist kleinblättriger Spinat feiner als großblättriger. Im Zweifelsfall beim Bauern oder auf dem Markt kaufen - dort hat man bessere Chancen auf echten Frischspinat, nicht das tagelang verpackte Supermarkt-Exemplar.


