Sojabohnen: Anbaufläche in Deutschland seit 2016 fast verdreifacht

Die deutschen Landwirte bauen deutlich mehr Sojabohnen an als noch vor wenigen Jahren. Zwischen 2016 und 2025 hat sich die Anbaufläche laut Statistischem Bundesamt um 174 Prozent vergrößert. Trotzdem bleibt Deutschland bei Soja weiterhin stark auf Importe angewiesen.

Reife Sojabohnen auf einem Feld
Die Anbaufläche für Sojabohnen wächst — Symbolbild: © Vesna - stock.adobe.com

Sojabohnen stecken in weit mehr als Tierfutter. Aus ihnen werden Tofu, Sojajoghurt, Sojamilch, Tempeh und Sojasosse hergestellt — Produkte, die längst nicht mehr nur in der veganen Küche zum Einsatz kommen. Ob als Eiweißquelle im Salat, als Fleischersatz in der Pfanne oder als Basis für Desserts: Soja gehört heute zu den vielseitigsten Lebensmitteln im Supermarktregal.

Von 15.800 auf 43.300 Hektar in neun Jahren

2016 erfasste die amtliche Statistik erstmals Sojabohnen als eigene Kategorie. Damals standen 15.800 Hektar unter Sojaanbau. Bis 2025 wuchs diese Fläche auf 43.300 Hektar — ein Plus von 174,1 Prozent. Gemessen an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland sind das allerdings nur 0,3 Prozent.

Die Erntemenge legte sogar noch stärker zu. 2016 ernteten die Betriebe 43.200 Tonnen, 2025 waren es 130.800 Tonnen — gut dreimal so viel. Bayern ist mit Abstand das größte Anbauland: Über die Hälfte der bundesweiten Sojafläche (52,7 Prozent) und rund 57 Prozent der Ernte entfallen auf den Freistaat. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit 18 Prozent und Sachsen-Anhalt mit knapp 7 Prozent der Erntemenge.

Importe übersteigen die heimische Ernte um das 26-Fache

So deutlich der Zuwachs auch ausfällt — am Gesamtbedarf ändert er wenig. 2025 importierte Deutschland rund 3,4 Millionen Tonnen Sojabohnen, das entspricht dem 26-Fachen der eigenen Produktion. Gegenüber 2016 (3,1 Millionen Tonnen) stiegen die Einfuhren um 8,4 Prozent.

Der größte Teil kommt aus den USA: 2,2 Millionen Tonnen, also 64 Prozent aller Soja-Importe. Brasilien lieferte 16,5 Prozent, die Ukraine 9 Prozent.

Deutschland im EU-Vergleich noch ein kleiner Erzeuger

EU-weit wuchsen die Sojaflächen zwischen 2016 und 2025 moderater: von 831.200 auf rund eine Million Hektar, ein Anstieg von 22 Prozent. Die EU-Ernte lag 2025 bei 2,8 Millionen Tonnen. Der deutsche Anteil daran? Gerade einmal 4,3 Prozent der Fläche und 4,7 Prozent der Ernte.

An der Spitze steht Italien mit knapp 298.000 Hektar und 1,1 Millionen Tonnen Ertrag, gefolgt von Frankreich (150.200 Hektar, 391.900 Tonnen). Zusammen kommen beide Länder auf 44 Prozent der EU-Anbaufläche und über die Hälfte der gesamten EU-Sojaernte.

Quelle: Statistisches Bundesamt — Pressemitteilung Nr. N052 vom 30. Juli 2026

Sojaprodukte verwenden

Wer Tofu, Tempeh oder Sojajoghurt ausprobieren möchte, findet auf unserem Portal leckere Rezepte. Unsere Gemüsepfanne mit Tofu ist ein guter Einstieg — schnell gemacht und auch für Soja-Neulinge geeignet. Weitere Ideen gibt es in den Kategorien vegetarische Rezepte und den vegane Rezepte.