Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung 2026: So landet weniger im Müll

Rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müll. Vom 29. September bis 6. Oktober 2026 rückt die Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!" das Thema in den Fokus. Wir fassen zusammen, was geplant ist, und geben drei praktische Tipps, mit denen im eigenen Haushalt weniger Essen weggeworfen wird.

Lebensmittel im Müll - Symbolbild zur Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung
Infos zur Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung - Symbolbild: © Daniel Vincek - stock.adobe.com

Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!" zum siebten Mal

Seit 2016 organisiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!". 2026 findet sie zum siebten Mal statt - vom 29. September bis zum 6. Oktober. Das Motto lautet diesmal "Alles auf dem Zettel!" und stellt die bewusste Planung in den Mittelpunkt: Wer vor dem Einkauf einen Blick in den Kühlschrank wirft und einen Zettel schreibt, kauft weniger überflüssig ein. Was trotzdem übrig bleibt, lässt sich oft noch zu einem leckeren Gericht verarbeiten.

Bundesweit sind während der Aktionswoche Koch-Workshops mit geretteten Lebensmitteln, Mitmach-Aktionen in Supermärkten und Social-Media-Kampagnen geplant. Wer sich selbst beteiligen möchte, findet beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ein kostenloses Toolkit mit Ideen und Anleitungen.

Den Einkaufszettel richtig schreiben

Der Einkaufszettel klingt banal, ist aber eines der wirksamsten Mittel gegen Verschwendung. Ohne Liste kauft man schnell auf Vorrat, greift bei Sonderangeboten zu und steht am Ende der Woche vor welkem Salat und abgelaufenem Joghurt. Ein paar Minuten Planung am Küchentisch sparen Geld und Lebensmittel.

Am besten geht man so vor: Zuerst einen Essensplan für die kommenden Tage grob festlegen. Dann den Kühlschrank und die Vorräte prüfen - was noch da ist, muss nicht nochmal gekauft werden. Auf den Zettel kommt nur, was tatsächlich fehlt. Dabei hilft es, die Liste nach Bereichen im Supermarkt zu sortieren: Obst und Gemüse, Kühlregal, Trockenwaren. So geht der Einkauf schneller und man lässt sich weniger von Impulskäufen ablenken.

Wer für mehrere Personen kocht, sollte die Mengen realistisch kalkulieren. Ein häufiger Fehler: Bei Beilagen wie Reis oder Nudeln wird viel zu viel abgemessen. Als Faustregel gelten 60 bis 80 Gramm trockene Nudeln und 60 bis 70 Gramm Reis pro Person.

Lebensmittel richtig lagern

Falsche Lagerung ist einer der häufigsten Gründe, warum Lebensmittel vorzeitig verderben. Im Kühlschrank herrschen unterschiedliche Temperaturzonen: Unten über dem Gemüsefach ist es am kältesten (etwa 2°C), dort gehören Fleisch, Fisch und Wurst hin. Die mittlere Ablage (etwa 5°C) eignet sich für Milchprodukte, die obere (etwa 8°C) für Käse, Reste und angebrochene Gläser. Obst und Gemüse kommen ins Gemüsefach ganz unten.

Nicht alles gehört in den Kühlschrank. Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch verlieren im Kühlschrank Geschmack oder werden mehlig. Sie halten sich am besten an einem kühlen, dunklen Platz in der Küche oder der Speisekammer. Brot bleibt in einem Brotkasten oder Tontopf länger frisch als in der Plastiktüte, in der es schnell schimmelt.

Äpfel und Bananen sollten bei Zimmertemperatur gelagert werden. Beide geben das Reifegas Ethylen ab und lassen anderes Obst und Gemüse in ihrer Nähe schneller reifen. Mehr Tipps zur Lebensmittellagerung

Reste verwerten statt wegwerfen

Aus übrig gebliebenen Zutaten lassen sich oft leckere Gerichte kochen. Gemüsereste oder das Suppenhuhn vom Vortag werden in einem Eintopf verarbeitet. Nudeln, Gemüse evtl. Fleischreste können zu einem leckeren Auflauf werden. Übrig gebliebene Nudeln oder Reis vom Vortag ergeben eine schnelle Pfanne mit Gemüse und Ei. Altbackenes Brot lässt sich zu Semmelknödeln, Croûtons oder Brotauflauf weiterverarbeiten. Und überreife Bananen sind die beste Grundlage für einen saftigen Kuchen. Alternativ kann man überlegen, ob es sich lohnt die Reste einzufrieren. So hat man in einigen Wochen nochmal ein leckeres Essen ohne kochen zu müssen.

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Pressemitteilung vom 2. September 2026

Kommentar von Kathrin

Als Hausfrau und Köchin habe ich mir über die Jahre angewöhnt, vor dem Einkauf genau zu überlegen, was wir in den nächsten Tagen essen und entsprechend einen Einkaufszettel zu schreiben. Mittlerweile habe ich auch ein gutes Gefühl für die Mengen entwickelt und koche wirklich nur so viel, wie wir tatsächlich essen. Es bleibt bei uns kaum etwas übrig.

Noch ein persönlicher Tipp: Schon beim Einkaufen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten und die Lebensmittel zu Hause so einsortieren, dass alles, was bald verbraucht werden muss, weit vorne steht. So behält man es im Blick und nichts wird vergessen.