Stiftung Warentest testet Grillkohle: In 5 von 17 Produkten steckt Tropenholz

Grillkohle im Test

Ein Grill im Garten
Symbolbild: © aruba2000

Für viele Grillfreunde ist der klassische Holzkohlegrill immer noch das Non plus ultra für ein gelungenes BBQ. Neben dem Grill braucht man natürlich auch die entsprechende Grillkohle. Wer beim Grillen auf die Umwelt achten möchte, bevorzugt Holzkohle aus heimischen Wäldern und nachhaltiger Bewirtschaftung. Doch es ist manchmal alles andere als einfach zu erkennen, woher die Grillkohle eigentlich kommt. Das haben die Tester der Stiftung Warentest festgestellt. Für die Juni-Ausgabe des Verbrauchermagazins haben sie die Produkte von 17 Holzkohle-Anbietern geprüft. In fünf Produkten steckt Holz aus den Tropen oder Subtropen.

Keine Angabe zum Herkunftsland oder zur Holzart

Für den Grillkohle-Test kaufte Stiftung Warentest Holzkohle vom Discounter, in Baumärkten und von Grillherstellern und ließ diese unter einem Spezialmikroskop analysieren. Das Ergebnis: Fünf der Kohlesäcke enthielten Kohle aus Tropenholz. Die Kohle von Max Grill und Barbecue trug sogar fälschlicherweise ein Siegel für Holz aus nachhaltiger, heimischer Waldwirtschaft. Auf neun Kohlesäcken fehlten sowohl eine Angabe zur Herkunft des Holzes als auch zur Holzart. Als einziger Anbieter benennt Flammenco das Land, aus dem er sein Holz für seine „Qualitäts-Grill-Holzkohle“ bezieht. Auch Flammenco verwendet allerdings Tropenholz. Sieben Anbieter deklarieren ihre Holzkohle zumindest teilweise, dazu gehören auch Aldi Süd und Netto Marken-Discount.

Die Hersteller sind in der EU nicht dazu verpflichtet, die Herkunft ihrer Kohle auszuweisen. Zudem ist die Einfuhr von Holz aus Raubbau nicht verboten. Für Verbraucher ist dieser Mangel an Transparenz ein Problem. Sie können nicht erkennen, ob ihre Grillkohle zum Beispiel durch die massenhafte Vernichtung von Regenwäldern gewonnen wird.

Beim Kohlekauf auf PEFC und FSC-Auszeichnung achten

Stiftung Warentest empfiehlt umweltbewussten Verbrauchern, beim Kauf von Grillkohle auf eine Auszeichnung mit dem Siegel des PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) oder des FSC (Forest Stewardship Council) zu achten. Die Konzerne können sich auf freiwilliger Basis um die Auszeichnung mit diesen beiden Labels bewerben. Die vergebenden Organisationen legen wesentlich strengere Vorschriften an als die meisten Herkunftsländer und garantieren neben einer nachhaltigen Forstwirtschaft auch eine gerechte Entlohnung der Waldarbeiter. Auch Holzkohle, die mit dem Naturland-Label ausgezeichnet ist, kann Stiftung Warentest empfehlen.

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