Essensgeld für nachhaltige Ernährung? Das fordern Potsdamer Klimaforscher

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Symbolbild: © niroworld

Jeder Verbraucher kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel darin, zu Lebensmitteln aus ökologischem Anbau zu greifen. Dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zufolge ernähren sich derzeit aber nur rund 15 Prozent der Bundesbürger von ökologisch produzierten Lebensmitteln. Zu wenig, um die Ressourcen nachhaltig zu schonen. Für einen effektiven Klimaschutz müssten konventionelle Lebensmittel teurer und Bio-Lebensmittel billiger werden. Da nicht jeder Verbraucher die daraus folgenden Preissteigerungen bezahlen könnte, fordern die Potsdamer Klimaforscher eine staatliche Essensprämie für eine ökologische Ernährung.

Finanzielle Förderung von Öko-Lebensmitteln

Diese Forderung stammt von Johan Rockström, Co-Chef des Instituts. Seine Argumentation: Würde man die ökologischen Kosten der Lebensmittelproduktion auf diese umrechnen, würden Nahrungsmittel im Durchschnitt um 15 Prozent teurer. Diese Preissteigerung könnten viele Haushalte jedoch nicht bezahlen, da sie das Geld für andere Dinge brauchen. Angesichts steigender Mietpreise und weiterer Lebenshaltungskosten dürfe Essen in unserer Gesellschaft gar nicht teurer werden, so Rockström. Er fordert daher eine staatliche Dividende in Höhe von 300 Euro, die ähnlich wie das Kindergeld ausgezahlt werden soll. So sollen sich alle Verbraucher eine ökologische Ernährung leisten können.

Rockström zufolge soll das Geld jeder Bundesbürger bekommen, eine Deckelung kann er sich allenfalls bei Gutverdienern vorstellen. Das würde den Staat jedoch teuer zu stehen kommen. Mehr als 100 Milliarden Euro müsste die Staatskasse dafür hergeben. Dass eine derartige Dividende für Bio-Ernährung eingeführt wird, erscheint also mehr als unwahrscheinlich.
(Wissenswertes über Lebensmittel)

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